Tourberichte


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südafrikanisch Südafrika 2009

T.I.A. – This is Africa! Die Spirit Singers am anderen Ende der Welt

Angefangen hatte alles ganz harmlos: Beim traditionellen Abschlussgrillen vor der Sommerpause 2008 träumten wir von Südafrika. Im Juni und Juli 2008 hatten Jugendliche aus Touws Rivier, 200 Kilometer von Kapstadt entfernt, den Kirchenkreis Spandau besucht und für viel Abwechslung, wunderbare Musik und kulturellen Austausch gesorgt. Es bildeten sich Freundschaften, und so ließen wir die „Touws Rivianer“ nur ungern wieder ziehen.

Während wir einige Wochen nach dem Abschied also grillten, kam uns der Gedanke: Lasst uns einen Gegenbesuch organisieren! Und was an diesem Abend als fixe Idee begann, entwickelte sich in den darauf folgenden Monaten zu einem detaillierten Reiseplan für einen dreiwöchigen Aufenthalt in Südafrika. Wir wurden von vielen Seiten unterstützt, besonders von der Arbeitsgruppe Partnerschaft im Kirchenkreis Spandau und durch das Amt für Jugendarbeit im Kirchenkreis Spandau (AJAKS).

Am 31. August flogen wir ab und kamen nach über 14 Stunden Flug in Kapstadt an, wo uns unser Chorleiter Matthias bereits erwartete. Auch Ferdinand Groenewald, Pfarrer im Ruhestand und Hauptorganisator vor Ort, empfing uns herzlich.

Unser erstes Ziel war das Lutheran Youth Centre im Bezirk Athlone. Dort wohnten wir meist unter der Woche, während wir die Wochenenden nutzten, um Land und Leute außerhalb Kapstadts kennen zu lernen.

Der südafrikanische Frühling entpuppte sich als launisch: Wir hatten Tage, an denen wir uns bei 25 Grad in der Sonne wie im Urlaub fühlten, andere erinnerten mit Regen und gefühlten 10 Grad Celsius eher an deutsche Apriltage.

Bereits in der ersten Woche sahen wir viel von Kapstadt und seiner grünen Umgebung: das Cecil-Rhodes-Denkmal im Table Mountain National Park, die Hout Bay, Cape Point mit seinem Leuchtturm, das Kap der Guten Hoffnung und nicht zuletzt die Victoria & Alfred Waterfront, ein Touristen-Mekka mit unendlichen Möglichkeiten zum Shoppen. Selbst Wildtiere wie Robben, Paviane und Pinguine, die man hier in Europa nur im Zoo sieht, erlebten wir dort meist in nur wenigen Metern Entfernung. Auch die Kultur kam nicht zu kurz, als wir eine Ausstellung über die Zeit der Apartheid im Mabuye Centre an der University of the Western Cape besuchten. Stadtführer war neben Ferdinand auch häufig Jonathan mit seinem ganz eigenen Fahrstil.

Am Freitag der ersten Woche fieberten wir dem Wiedersehen mit den Jugendlichen aus Touws Rivier entgegen. Auf dem Weg besuchten wir das Diakoniezentrum iThemba Labantu (Hoffnung für die Menschen), das vom Berliner Missionar Otto Kohlstock geleitet wird. Nach den intensiven Eindrücken aus der Werkstatt, der Suppenküche, dem Krankenhaus für AIDS-Patienten und der Vor- und Grundschule verließen wir nach einem kleinen Auftritt Kapstadt Richtung Osten.

Wider Erwarten verbrachten wir die nächsten beiden Nächte nicht in Gastfamilien, sondern in einem Hotel in der Halbwüste Kleine Karoo, das kurz vor seiner Eröffnung stand. Zu diesem Anlass gaben wir am Abend mit unserem Partnerchor ein Konzert in der hoteleigenen Kapelle. Das Wochenende war von der Spiritualität und dem starken Glauben der Jugendlichen an Gott geprägt, was viele von uns bewegte und beeindruckte. Während einer Fahrt durch Touws Rivier war offensichtlich, welche starken Kontraste zwischen Arm und Reich in einer Kleinstadt existieren können. Vor unserem Konzert am Abend wanderten einige von uns in einen Canyon, von dem aus wir zum ersten Mal die typische afrikanische Steppe sehen konnten. Das Wochenende endete mit einem mitreißenden Gottesdienst in Touws Rivier und dem Besuch des Aquila Game Reserve. Dort beobachteten wir auf einer kleinen Safari Nilpferde, Zebras, Elefanten, Nashörner, Löwen, Giraffen, Springböcke und viele weitere Vertreter der südafrikanischen Fauna.

Die Nacht von Sonntag zu Montag verbrachten wir auf einer Schaffarm in den Bergen, die auch als Schullandheim dient. Der Abend klang bei einem Braai, einem typisch südafrikanisch-zünftigen Grillgelage fröhlich aus, doch auf Grund der eisigen Temperaturen auf 1.500 Metern Höhe schliefen manche eher schlecht als recht. Die zweite Reisewoche begann mit einer abenteuerlichen Traktortour auf einer Proteafarm. Die Protea, von der es über hundert Arten gibt, stellt die Wappenblume Südafrikas dar. Am Ende dieses Trips wartete ein herrliches Mittagessen auf uns, das auch die köstlichen Nationalgerichte Pap (Maisbrei), Potjiekos (Eintopf) und Malva Pudding (kuchenähnliches, warmes Dessert) einschloss.

Weiterhin besuchten wir in der zweiten Woche das District Six Museum, den Tafelberg und die Gefängniszelle von Nelson Mandela auf Robben Island.

Am zweiten Wochenende bereisten wir den Norden, Springbok und Steinkopf. Schon die Fahrt dorthin war die vielen gefahrenen Kilometer wert. Dort trafen wir nicht nur die Gruppe aus Touws Rivier und deren engagierten Leiter Clemence wieder, sondern lernten auch die Jugendlichen aus der lutherischen Gemeinde in Steinkopf kennen.

Einen Abstecher nach Namibia, viele neu erlernte Lieder, einen geplatzten Autoreifen, ein erfolgreiches Konzert und einen langen Gottesdienst später verließen wir das Namakwaland wieder. Nach einem kurzen Ausflug an die Küste zur McDougall's Bay schliefen wir noch eine Nacht in Springbok und fuhren am nächsten Morgen zurück nach Kapstadt.

In unserer dritten und letzten Woche in Südafrika ging es vor allem musikalisch zu. Fast jeden Abend besuchten wir eine andere Gemeinde in Kapstadt und gestalteten gemeinsam mit deren Gruppen Choral Evenings, bei denen Chöre, Tänzerinnen, Instrumentalisten und andere Ensembles auftraten. Wir erkundeten die Altstadt mit ihrer geschichtsträchtigen Zitadelle und auch das kleine, aber feine Aquarium der Stadt. Am Freitag, zwei Tage vor unserer Rückreise, fuhren wir an die Südküste, um Wale zu sehen – ein unvergessliches Erlebnis für alle. Nach einem Abschlusstreffen am Samstag und einem für uns sehr gewöhnungsbedürftigen Gottesdienst am Sonntag hieß es am 21. September schließlich Abschied nehmen von einem Land, das uns begeisterte und faszinierte. Wir können nun von der unglaublich großen Gastfreundlichkeit der Südafrikaner berichten, von einer leckeren Landesküche und von einem fremden Lebensrhythmus. Ob man nun zwei Stunden später losfährt oder den Tagesplan innerhalb von Sekunden komplett umwirft – T.I.A., this is Africa!

Eure Evelyn


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schwedisch Skandinavien 2008

Zum zweiten Mal fuhren die Spirit Singers auf Konzertreise nach Skandinavien, fünf Jahre nach ihrem ersten Besuch im hohen Norden. Das hieß, dass sich fünfzehn Spisis, ein Matthias und ein Maskottchen in zwei Minibussen auf den Weg nach Norwegen und Schweden machten.

Im Karfreitagsgottesdienst am 21. März gab uns Ute den Reisesegen, in welchem sie uns die „richtigen Töne“ und „gute Laune“ wünschte. Zudem bekamen wir vom Seniorenkreis österlichen Reiseproviant in Form eines bemalten Eies im Blumentopfnest. Bereits am Vorabend hatten wir die Busse mit Koffern, Reisetaschen, Schlafsäcken, Isomatten und etlichen Kilogramm Proviant beladen, so dass wir recht zügig vom Hof fahren konnten. Ohne Stau, jedoch mit sintflutartigem Regen gelangten wir nach Sassnitz zur Fähre, die uns nach Trelleborg bringen sollte. Nach fast vier Stunden Fahrt über die Ostsee, vorbei an den Kreidefelsen von Rügen, kamen wir am Abend in Trelleborg an. Von dort war es nur noch ein Katzensprung nach Malmö, wo wir in einer Jugendherberge übernachteten. Schon dort sollten wir feststellen, dass Schweden nicht vom Königshaus beherrscht wird, sondern von IKEA. Wirklich ausnahmslos alle Möbel trugen diese vier Buchstaben, und Friedrich konnte uns auch noch von fast jedem Stück den Namen sagen.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach einem köstlichen Frühstück, bei dem natürlich auch Fischpaste aus der Tube und Preiselbeeren nicht fehlen durften, weiter nach Vestby in Südnorwegen. Dort wurden wir herzlich vom Organisten Ulf Krupka aufgenommen, und schnell hatten wir uns im gemütlichen Gemeindehaus (mit Fußbodenheizung) eingerichtet.

Unsere Reiseroute

Unser erster Auftritt war im Gottesdienst am nächsten Tag. Am Abend gaben wir in der Såner kirke im Nachbarort, einer Kirche mit einer wunderbaren Akustik, unser einziges richtiges Konzert der Tour. Bei den Norwegern kamen wir sehr gut an, und zu unserer aller Freude hatte Ulf uns ohne unser Wissen aufgenommen, so dass wir nun ein schönes Erinnerungsstück unserer Reise haben. Am nächsten Vormittag sangen wir noch ein paar Stücke im Krankenhaus von Vestby und brachen direkt im Anschluss nach Oslo auf.

Am selben Abend noch nahmen wir am Gottesdienst teil. Wieder einmal stellten wir amüsiert fest, dass „Tochter Zion“ in Norwegen kein Weihnachtslied, sondern das Osterlied schlechthin ist. Um auch ein bisschen von der Kultur mitzunehmen, erkundeten wir am nächsten Tag Oslo, nachdem wir uns am Morgen erst einmal sehr über die Duschen gefreut hatten. Da so manche Gemeindehäuser keine Dusche besaßen, waren wir glücklich, dass Miriams Schwester mit ihrer Familie in Oslo lebt. Sie stellte uns nicht nur ihre Dusche zur Verfügung, sondern bekochte uns darüber hinaus am Abend.

Am Mittwoch, an dem wir bereits fünf Tage unterwegs waren, führte uns unsere Reise in Richtung Stockholm. Auf halbem Wege machten wir Pause am herrlichen Vänernsee. Ganz so viel Schnee wie in Norwegen lag in Karlstad nicht mehr, doch ließen wir es uns nicht nehmen, einen Schneemann und eine Schneefrau zu bauen und zudem eine Schneeballschlacht anzuzetteln. Wir übernachteten in niedlichen Bungalows auf einem Campingplatz, der direkt am Ufer des Vänern lag.

Schließlich kamen wir am Donnerstagabend in Ekeby bei Stockholm an – übrigens gibt es mindestens acht Ekebys in Schweden! Nachdem wir am Freitag Stockholm besichtigt hatten, freuten wir uns am Samstag dann, nach vier singfreien Tagen wieder auftreten zu dürfen. (Auch wenn wir natürlich auch ohne Matthias oft genug in den Autos, Zimmern und unter den Duschen trällerten. Sogar unseren Kartoffeleintopf haben wir in der Vestbyer Küche warmgesungen.) Am vorletzten Abend gab es in der ehrwürdig alten Ekebyer Kirche einen Konzertgottesdienst.

Am Sonntagmorgen hatten wir schließlich unseren letzten Auftritt, diesmal in der Deutschen St.-Getrudsgemeinde in Stockholms Altstadt. Unser Weg gen Heimat führte wieder über Malmö. Am Montagnachmittag, den 31. März, kamen wir alle wohlbehalten in Spandau an. Es war wieder einmal eine herrliche Reise: Die Stimmung war klasse, das Wetter hätte kaum besser sein können, wir hatten herzliche Gastgeber und haben uns auch musikalisch wieder weiterentwickelt. Wir freuen uns schon auf unsere nächste Tour!

Eure Evelyn


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englisch Eng- und Schottland 2004

Nach unserer Skandinavien-Tour vor zwei Jahren machten wir uns nun also wieder auf den Weg, unsere Musik in andere Länder zu tragen. Am Donnerstag, den 29. Juli 2004 fuhren wir in Berlin um 6:00 Uhr mit zwei großen Bussen los. Vorher hatten wir noch drei Tage lang geprobt und uns neue (einheitliche) Konzertkleidung gegönnt (noch mal vielen Dank, Julia!).

Das erste Ziel war Yatton, ein kleiner Ort in der Nähe von Bristol in Somerset, England. Auf der Fahrt dorthin haben wir unter anderem in Windsor Pause gemacht und uns das Schloss angeguckt. Auf dem Campingplatz in Yatton haben wir dann gegrillt und uns an der Lagerfeuermusik von Heiko und Jan und an Katharinas Feuer-Poi-Show erfreut.

Am Samstag holten wir Domenica vom Flughafen ab und hatten abends in Yatton endlich unseren ersten Auftritt dieser Tournee. Alles lief sehr gut; die Zuschauer hatten viel Platz :-) und so nutzen wir den Auftritt als Generalprobe fürs Aberdeen International Youth Festival. Abends luden uns Freunde von Matthias noch zu Fish ‘n’ Chips ein.

Am nächsten Morgen (also Sonntag) haben wir noch den Gottesdienst in der Kirche begleitet. Danach wollten wir weiterfahren, aber Marie sind wohl die Fish ‘n’ Chips auf den Magen geschlagen. Also verbrachten wir einen freien Tag auf einem Campingplatz, spielten Gitarre und ließen uns von Jan diverse Rhythmen auf den Congas beibringen.

Zwei Tage später, am Dienstag, kamen wir in Aberdeen an. Wir wurden im Studentenwohnheim direkt auf dem Campus der University of Aberdeen untergebracht. Jeder hatte ein einzelnes Zimmer; einige von uns waren dafür sehr dankbar, endlich ein bisschen Zeit für sich zu haben. Abends hatten wir einen Kurzauftritt im King’s College zur Begrüßung der Sponsoren des Festivals. Danach ging es mit dem Bus direkt zur Probe für die Eröffnungsfeier mit einem schottischen Chor. Es sollten die Nationalhymnen aller beteiligten Gruppen geprobt werden. Was wir nicht wussten, war, dass wir all diese Hymnen alleine singen sollten! Also nachts noch schnell 13 Nationalhymnen geprobt und am nächsten Tag (nach der Parade entlang der Union Street) bei der Opening Ceremony in der Music Hall vorgesungen. Lief auch (mal abgesehen von der philippinischen Hymne) ganz gut.

Abends gab’s dann noch Freikarten für ein schottisches Folklore-Konzert, dem Splore Tutors’ Bash, im Lemon Tree. Sehr beeindruckendes Konzert mit einer tollen Stimmung!

Am Donnerstag fand nun unser Konzert in der Mitchell Hall statt, zusammen mit dem rumänischen Chor Prietenii Muzicii. Der rumänische Chor machte den Anfang, nach einer Pause kamen wir dran. Das Publikum war zahlreich erschienen und von beiden Chören sehr begeistert. Anschließend gab es noch einen spontanen, aber nicht enden wollenden Fototermin mit den beiden Chören und dem Lord Provost (Bürgermeister) von Aberdeen und seiner Frau.

Das letzte Konzert gaben wir am Freitag in der Clatt Auld Kirk in Clatt, etwa eine Autostunde von der Universität entfernt; es war das beste unserer Tour.

Nach einem letzten Kneipenabend im Universitätskeller fuhren wir am Samstag wieder Richtung Heimat. Geplant war, noch am selben Tag bis nach Dover zu kommen, doch es passierte das, was immer Samstag nachmittags mitten in der Pampa passiert: Einer der Busse blieb liegen. Der Abschleppdienst brachte uns von der Autobahn runter, irgendwann kam dann ein netter Mechaniker und sagte, er würde erst am Dienstag Ersatzteile kriegen. Schade nur, dass die Hälfte von uns am Montag wieder arbeiten bzw. zur Schule gehen musste. Also teilten wir uns auf, die einen machten sich auf den Heimweg, die anderen auf die Suche nach nem Campingplatz mit Pub.

Gegen 2:00 Uhr morgens kamen wir in Dover an, schliefen im Auto bzw. auf dem Terminal-Parkplatz im Freien, um 5:30 Uhr fuhr die Fähre nach Calais. Sonntag Abend kamen wir dann nach weiteren 1.000 Kilometern wieder nach Berlin und der Alltag hatte uns wieder. Die anderen kamen zwei Tage nach uns an.

Insgesamt war es eine tolle und aufregende Fahrt, die uns allen viel Spaß gemacht hat.

Im Frühling machen wir möglicherweise wieder ne Tour in unsere zweite Heimat Dortmund/Sölde, im Sommer 2006 wollen wir wieder ins Ausland. Wohin wissen wir zwar noch nicht, aber das macht nichts, wir können ja jetzt so ziemlich jede Nationalhymne...

Eure Sandy


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norwegisch Skandinavien 2002

Es war einer der schönsten Sommer, die ich erlebt habe. Wenn ich mir die Fotos im Nachhinein angucke, dann wage ich zu behaupten, dass das Sprichwort „Der Weg ist das Ziel” auf alle Fälle stimmt.

Am 8. August 2002 machten wir uns mit zwei Bussen auf den Weg nach Schweden. Die kurze Wasserstrecke überquerten wir von Saßnitz und übernachteten in der Nähe von Malmö auf einem Campingplatz. Wir fuhren weiter an der Ostküste von Schweden Richtung Norden bis in die Nähe von Uppsala, wo wir unser erstes Konzert dieser Tour gaben, nämlich in Ekeby in der dortigen Kirche.

Unsere Domenica mussten wir aber noch am Freitag Abend vom Flughafen in Stockholm abholen, da sie noch eine Klausur schreiben und deswegen später nachkommen musste. Das Problem war nur der Rückweg: Wir wussten bis dahin nicht, dass es in Schweden sehr viele Dörfer/Orte gibt, die Ekeby heißen. Und so haben wir uns sehr ordentlich verfahren. Abends haben wir uns alle dick eingepackt und haben uns die Sternschnuppen angeguckt, da dies die Nacht der Sternschnuppen war. Das Wetter hat mitgespielt, der Himmel war klar.

Am Samstag war es nun so weit, wir gaben das Konzert. Alles lief super und wir hatten viel Freude. Am nächsten Morgen haben wir in der Gimo Kirche einen Gottesdienst begleitet.

Dann machten wir uns auf den Weg nach Norwegen, unserer eigentliches Ziel: Tromsö in Nordnorwegen. Wenn ihr wollt, könnt ihr mal euren Atlas zur Hand nehmen und mit dem Finger die Städte, die ich aufzähle, verfolgen: Gävle, Söderhamm, Sundsvall, Umeå, Skellefteå, Piteå und Luleå, dann machten wir die Biege Richtung Tromsö an der Grenze entlang. Übernachtet haben wir jeweils auf einem Campingplatz mit See. Auf einem war vor dem See ein großer Stein, der nachts noch warm war von der Sonne, von dort aus hatte man einen unglaublichen Blick in den Himmel. Ein paar Sternschnuppen waren noch zu sehen und vor uns lag der ruhige See...

Wirklich beeindruckend war, dass wir sofort bemerkten, wann wir die Grenze nach Norwegen überquerten: Schweden war sehr flach im Gegensatz zu Norwegen, hier war sogar unser erster Campingplatz auf einem Hang gelegen. In Norwegen angekommen, kehrten wir erst mal in Finnsnes ein und gaben am Freitag (16. August) unser zweites Konzert.

Am Tag danach hatten wir endlich unser Ziel erreicht: Tromsö. In der berühmten Eismeerkathedrale gaben wir unser letztes Konzert. Abends sind wir dann noch in eine Studentenkneipe gegangen und haben gefeiert. Am nächsten Morgen begleiteten wir den Gottesdienst in der Eismeerkathedrale. Und machten uns direkt danach auf unseren Heimweg.

Am nächsten Tag kamen wir erst spät nachts auf dem Campingplatz an; um Mitternacht haben wir dann dem Stefan zum Geburtstag gratuliert. Hier haben wir die Polarlichter super gut sehen können. In Berlin kamen wir ohne irgendwelche Pannen am Mittwoch, den 21. August an.

Wie ich ja anfangs sagte, „Der Weg ist das Ziel”: Die Fahrt an sich hat uns sehr gut zusammengeschweißt, musikalisch gesehen, aber auch als Gruppe. Wir waren eine Einheit und viele haben neue Freunde gewonnen. Ich finde, dass merkt man noch heute, wenn man sich die Aufnahme anhört. Die Fahrt hat mir super viel Spaß gemacht und ich hoffe, nach der coolen Schottland-Tour machen wir bald wieder eine lustige, aufregende Fahrt!

Eure Sandy


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polnisch Polen 2000

Früh am Morgen des 1. September ging es wie immer vom Hof des Paul-Schneider-Hauses mit zwei Kleinbussen los. Einige hatten extra an diesem Freitag die Schule geschwänzt, um dabei sein zu können. Die Fahrt ging schnell voran, obwohl wir uns an der Grenze doch ein wenig Sorgen machten, ob uns der polnische Zoll auf Grund der Massen an Technik ein wenig genauer unter die Lupe nehmen würde. Aber die Grenzer wirkten völlig desinteressiert.

Erst kurz vor der Ankunft im Zielort Bielsko-Biała wurde der Gruppe im ersten Bus klar, dass sie den zweiten Bus irgendwo auf der Autobahn hinter sich gelassen hatte. Aber dennoch gab es zunächst erst einmal etwas zu essen. Die deutsche Gemeinde, in der wir unterkamen, hatte ein großes Abendessen aufgetischt, was uns nach der langen Fahrt sehr entgegenkam. Danach ging es zur Unterkunft, wo noch eifrig diskutiert wurde. Denn inzwischen war telefonisch klar geworden, dass der zweite Bus von der polnischen Polizei in der Nähe einer Tankstelle wegen überhöhter Geschwindigkeit festgehalten wurde und das Bußgeld nicht wie gefordert sofort bezahlt werden konnte. Weil die Gruppe zudem noch die grüne Versicherungskarte nicht dabei hatte, wurden kurzerhand die Führerscheine einkassiert und die Gruppe mitten in der Walachei stehengelassen.

So wurde nun besprochen, wer mit Matthias nach Kattowitz zurückfahren würde und wer vor Ort bleiben würde, um am nächsten Tag (ohne den Chorleiter) im Gottesdienst zu singen. Die Aufregung war bei allen zu spüren. Matthias und Jochen, die zurückfahren sollten, gingen früh schlafen, aber der Rest versuchte, eine Reihenfolge der Stücke festzulegen, die am nächsten Morgen auf dem Programm stehen sollten.

Der Gottesdienst am Samstagmorgen war ein besonderer. Er wurde in Erinnerung an die versteckten Gottesdienste der Gemeinde in der NS-Zeit in einem kleinen Waldstück abgehalten. Obwohl wir nichts von der Predigt verstanden, war es dennoch spannend, da wir jeden Moment unseren chaotischen Auftritt haben konnten. Zur Angabe der richtigen Töne hatten wir eine Gitarre dabei und so sangen wir unsere a-capella-Stücke nur mit dem halben Chor; ohne Chorleiter, ohne Tenorstimme. Aber es kam gut an und Kaffee und Kuchen nach dem Singen entschädigten uns schnell für all die Aufregung. Doch die ging eigentlich gleich weiter, denn für den späten Nachmittag war unser Konzert geplant und der Rest der Gruppe kam und kam nicht wieder. So bauten wir schon einmal die Technik auf, sangen uns ein, zogen uns um, bis – zwanzig Minuten vor Konzertbeginn! – beide Busse auf den Hof rollten. Das war eine Erleichterung!

Das Konzert lief gut und nach all der Anspannung war die Stimmung gelöst wie nie. So kehrte auch in der zweiten Nacht nicht wirklich viel Ruhe ein. Am Sonntagmorgen stand dann der dritte Höhepunkt unserer Reise auf dem Programm: der Gottesdienst mit dem polnischen Bischof der evangelischen Kirche. Wieder verstanden wir nicht viel von der Predigt, aber wann singt man denn schon einmal vorm polnischen Bischof?

Direkt nach dem Gottesdienst ging es wieder los in Richtung Heimat. Diesmal gemeinsam und mit einem kurzen Abstecher nach Kattowitz, da wir mit der Polizei ja noch die Bußgeldgeschichte regeln und uns die konfiszierten Führerscheine zurückholen mussten. Doch wie Matthias nun einmal so ist, kann er jeden so lange bequatschen, bis der vollends überzeugt ist. Nur dadurch kamen wir um das hohe Bußgeld herum.

Die Rückfahrt fand ich persönlich sehr nett, da ich (nach gerade einmal zwei Wochen bei den Spirit Singers) sofort in die Gruppe integriert worden war. All die Aufregung trug also ein großes Stück dazu bei, die Gemeinschaft zu fördern!

Euer Heiko


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Quelle: Spirit Singers (Hrsg.) (2012). Tourberichte. Internet: http://www.spiritsingers.de/chor/tourberichte.php (Zugriff: 19.05.2012, 03:55 Uhr MEZ).

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